Magersucht (Anorexia nervosa)

Magersucht – Anorexia nervosa | st4rbucks / flickr

Magersucht ist eine von vielen Erkrankungen junger Mädchen und auch Jungen die Abnehmen möchten und es dabei so stark übertreiben, dass sie magersüchtig werden. Man manifestiert sich in eine Rolle und erkennt sich selbst im Spiegelbild nicht mehr wieder.

Doch wie weit muss man gehen um magersüchtig zu werden? Alles dreht sich nur ums Essen und es wieder los zu werden. Der Schlankheitswahn boomt und mehr und mehr.

Wie kommt es zur Magersucht?

Bedingt durch eine nervlich verursachte Appetitlosigkeit, ist Magersucht eine psychische Störung des Essverhaltens. Anorexia nervosa ist nicht dasselbe wie Anorexie. Die Ursache bei Anorexia nervosa (nervosa=nervlich) ist nervlich bedingt. Die Ursache bei Anorexie kann verschiedene Gründe haben.

Oft kann auch eine Diät, die im Anschluss außer Kontrolle geriet den Stein der Anorexia nervosa ins Rollen bringen. Das ist vielen nicht bewusst, sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

Das veränderte Spiegelbild

Durch die Erkrankung und die Folge der Körperschemastörung nehmen sich Betroffene im Spiegel als zu dick wahr, wobei sie in unseren Augen ziemlich mager aussehen. Kontrolle ist hier Macht. Wichtig ist bei Magersüchtigen nicht nur das eigene Ego zu stärken durch Hobbys, Beruf oder allgemeine Leistungen sondern auch das eigene Körpergewicht zu kontrollieren.

Chefarzt Carl Leibl, an der Schön Klinik Roseneck, erklärt das verzerrte Spiegelbild als Symptom des Krankheitsbilds. Das ist das Problem an dieser Erkrankung. Durch das veränderte Spiegelbild, wird einem einfach nicht bewusst, dass man tatsächlich gar nicht zu dick ist, sondern evtl. sogar zu dünn.

Wer ist betroffen?

  • Tennager (sowohl Jungen als auch Mädchen)
  • Auch Erwachsene sind davon betroffen
  • Sogar vor der Pubertät kann Anorexia nervosa auftreten
  • Mehr weibliche Personen sind davon betroffen
  • Einer von 12 Erkrankten ist männlich

Symptome von Anorexia nervosa:

  • Selbst herbeigeführter Gewichtsverlust
  • Essen wird abgelehnt
  • Ständige Beschäftigung mit dem Essen
  • Warnhinweise des Körpers werden ignoriert
  • Das Streben danach selbstständig zu sein und unabhängig, dem Körper die Nahrung zu verweigern und Macht auszuüben
  • Kälteempfindlichkeit
  • Temperaturschwankungen, meist unterkühlt da der Körper den Stoffwechsel herunterfährt und die wärmedämmende Hautschicht (subkutane Fettgewebe)fehlt.
  • Schwindel, Ohnmachtsanfälle und auch hormonelle Störungen
  • Durch die fehlenden Nährstoffe im Körper, kann es zu trockener Haut kommen und auch zum Wachstum von Lanugahaaren (Wollhaar- Haarflaum der den Fetus bedeckt) an Rücken, Armen und  Gesicht.
  • Ausbleiben bei Frauen der Periode – Dieses wird meist mit der Antibabypille vertuscht
  • Größenwachstum endet vorzeitig und die Geschlechtstreife tritt nicht oder nur verzögert ein (bei Beginn der Erkrankung vor der Pubertät):
    Bei Mädchen die weibliche Brust und bei Jungen die Entwicklung des Hoden und des Penis.

Folgen der Magersucht

  • Der Herzschlag verlangsamt sich, der Blutdruck ist niedrig, Herzrhythmusstörungen = was einen plötzlichen Herztod verursachen kann
  • Störungen der Elektrolyte, die ein Bestandteil des Blutes sind (Gefahr: Hypokaliämie in Kombination mit Herzrhythmusstörungen), Blutarmut, Unterzuckerung und viele weitere Veränderungen die den Rahmen nur sprengen würden
  • Die Geschlechtshormone sind von der Konzentration sehr gering, die Folge sind Ausbleiben der Periode, Unfruchtbarkeit, Verlust von Libido und Potenz bei Männern. Schilddrüsenhormone sind von der Anzahl her reduziert. Die Anzahl der Glukokortikoiden ist leicht erhöht.
  • Durch den Nährstoffmangel nehmen die  Knochen Schaden: Osteoporose mit dem Risiko einer Fraktur. Die Zähne nehmen auch sehr starken Schaden daran, auch durch das Erbrechen was zur Folge hat, dass die Magensäure die Zähne angreift und Karies nicht ausbleibt.
  • Die Organe leiden auch sehr daran. Darmträgheit oder auch chronische Verstopfung, Magenkrämpfe, Nierenversagen, Übelkeit bis hin zur Inkontinenz (Blasenschwäche).

Die Mortalität (Sterberate) dieser Krankheit liegt bei  15%. Hervorgerufen durch Herzstillstand, Infektionen, im schlimmsten Fall sogar durch Selbstmord.

Fazit zur Magersucht

Ich bin sehr motiviert andere mit dem Abnehmen zu begeistern. Abnehmen ist gesund und der Körper wird’s dir danken. Jedoch nur, wenn man es nicht übertreibt. Also, egal wie viel du wiegst und wie viel Kilos du abnehmen möchtest. Achte bitte darauf nicht in das schwarze Loch zu fallen. Glaube anderen, die dir sagen, dass du dünn bist. Vielleicht siehst du dich falsch im Spiegel. Solange der BMI nicht zu stark unter der Grenze liegt und die Ärzte noch alles in Ordnung sprechen, ist es gut. Aber übertreib es nicht. Spätestens wenn dein BMI unter 17,5 ist weißt du, dass du was falsch gemacht hast.




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